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28.12.2016

Heute müssen wir ziemlich frühig aufstehen. Um 9.14 Uhr fährt nämlich schon der Bus ins Stubai Tal ab. Also gibt es ein flottes complimentary, und dann geht es flott zur Straßenbahn. Heute ist es ziemlich eisig. Der Berg zur Straßenbahn hin ist ziemlich steilig. Das ist heute nichts für Thilo. Aber nach ein paar Minuten Pause, kommen wir dann doch noch zur Haltestelle, und warten auf die Bahn.
Glücklicherweise kommt die heute pünktlich, und ist auch pünktlich an der Endstation Bergisel. Hier ist auch die Skisprungschanze in der Nähe. Aber da war ich schon mal. Deswegen lassen Mona und ich uns 300 Meter bis zur Bushaltestelle tragen. Die müssten in 3 Minuten eigentlich zu schaffen sein. Wir setzen uns bequem in den Rucksack und halten Ausschau nach dem Bus.

Um 9.20 Uhr kommt er dann, und wir sausen los. Bis Neustift im Stubai Tal dauert die Fahrt 73 Minuten. Sie führt ein kurzes Stück durch Innsbruck, und geht dann ins Stubai Tal. Dort geht sie an hunderten von Hotels und Pensionen vorbei. Wer also auf dem Gletscher ski-en möchte, der schaut besser mal in Fulpmes oder auch Neustift. Neustift ist gefühlte 2.000 Kilometer lang. Es gibt dort 17 Haltestellen. Fulpmes hat nur 9, Telfes zählt nicht mit nur 3 Haltepunkten, aber Mieders hat doch noch 8 Stück.
Es gibt Hotels mit launigen Namen. "Hotel am Gletscher" heißt eins davon. Der ist zwar 10 Kilometer weg, aber was solls. Warum das Nachbarhotel dann nicht "Hotel näher am Gletscher" heißt, weiß ich nicht.

Jedenfalls sind wir jetzt endlich da. Mittlerweile ist der Bus auch gut gefüllt mit Brettern die die Welt bedeuten. Für einige bedeuten sie aber auch nur gebrochene Haxen.

Erstmal zur Kasse, und Fahrkarten holen. Die haben wir zwar schon, aber nur als Gutschein. Vor uns stehen zwei Franzosen. Und die versuchen auf englisch, irgendwas zu fragen, scheinen aber eigentlich gar nicht so recht zu wissen, was sie fragen wollen. Nach und nach werden aus den zwei dann 10 Franzmänner. Das macht die Sache aber nicht besser. Die haben bestimmt früher mal in Asien gewohnt. Irgendwann werden sie weggeschickt, mit der Bitte, sich erstmal einig zu werden, was sie denn wollen.

Hier unten ist es übrigens eisig kalt. -7 Grad sind es. Das ist keine Katerkatzenwohlfühltemperatur. Ich habe meinen schickigen blauigen Seaworld Pulli an und bin tadellos gestyled. Mona hat ihre orangene Warn- und Wärmjacke mit den Blumenknöpfen an. Das ist eine Ganzjahresmode. Aber heute ist keine Temperatur für Schöntun. Also verziehen Mona und ich uns jetzt erstmal in den Rucksack, lassen uns zur Abfahrstation tragen, und steigen mit Susi und Thilo ein.

In der Gondel gibt es free Wifi. Und Ledersitze. Da steigen Mona und ich doch gleich mal wieder aus und posieren vor dem Panorama.

Ein wenig kühl ist es hier drin trotzdem. Mona fröstelt, deswegen zieht sie sich die Mütze bis zur Schnute runter, und hält dabei die Schnute in die Sonne.

Immer weiter fahren wir hoch. An der Mittelstation Fernau auf 2.300 Metern fahren wir einfach weiter geradeaus weiter. Hier steigen wir erst auf dem Rückweg wieder aus. Hier gibts nämlich eine Hütte. Die Bergstation liegt auf 2.600 Metern. Brrr, ist das eisig hier oben. Und ganz arg windig ist es auch.

Ab hier geht es mit einer kleineren Gondel noch weiter nach oben. Das Ding schwankt ziemlich. Mona wird schon leicht anplümerant. Deswegen verschwinden wir lieber in den Rucksack, wo ich sie mit einem Schokoriegel ablenke.

Endlich sind wir oben. Hier ist der Berg 3.150 Meter hoch. Und ein mächtiger Wind bläst hier, der sogar durch den Rucksack zieht. Mona quiekt und rollt sich ein. Hier sind es -20 Grad. Susi und Thilo machen schnell ein paar Fotos, bevor ihre Pfotentatzen einfrieren.



Warum Leute sich da freiwillig den ganzen Tag aufhalten verstehen wir nicht. Ohne Schneebrett unter den Haxen macht das jedenfalls heute gar keinen Sinn. Wandern kann man hier heute nicht. Man kommt kaum vorwärts bei dem Wind. Und frieren tun wir sowieso alle schon ganz arg. Also fahren wir wieder eine Etage runter.

Wenn man eins mit Susi und Thilo gut machen kann, dann ist das: Einkehren. Aber erstmal werden die Hände unter warmen Wasser aufgetaut. Meine Pfotenfelltatzen sind 1A in Schuß, Mona bekommt auch langsam wieder eine normale Fellfarbe, und Susi und Thilo sind jetzt auch wieder aufgetaut. Also erstmal einen trinken.

Einfach mal so leger sitzen ist auch schön. Draußen ist es mittlerweile noch windiger geworden, deswegen wird das auch hier nichts mit dem wandern. Einen Spaziergang machen wir, aber mehr auch nicht. Ist heute eh nicht so sehr Thilos Tag. Ich schlage vor, dass wir mit dem Auto fahren könnten.

Aber wie meistens verhallt mein Wunsch ungehört. Deswegen beschließen wir, nach Dresden zum Mittagessen zu fahren. Irgendwie steigen wir aber in die falsche Bahn ein, und Bumms, sind wir wieder ganz oben auf der Zugspitze. Hier zieht es jedenfalls immer noch wie Hechtsuppe. Aber ist ja nicht schlimm, wir bleiben einfach sitzen, und fahren direkt wieder runter. Eigentlich kann man den ganzen Tag da rumfahren, aber wir wollen ja jetzt nach Dresden.

Ist doch weiter, als man denkt. Gut, dass die

nur einen kurzen Fußmarsch entfernt ist. Drinnen ist es ziemlich völlig. Aber die Sonne scheint, und einen windgeschützten Tisch an der Hauswand finden wir auch.

Mona hat Sorge vor einer Fellverkühlung, und deswegen sitze ich mit ihr zusammen vorsichtshalber lieber im Rucksack. Von da aus sausen wir nur immer kurz raus, um Susis Würstelsuppe oder Thilos Gulaschsuppe zu futtern. Das war eine Investition von 12.50 Euro. Schmeckt aber mindestens für 15 Euro gut!

In der Sonne sitzen ist schön. Mona ermahnt mich aber mal wieder, weil ich zuviel in der Sonne sitze.

Wo wir hier so sitzen und kucken... Wer hat eigentlich Skianzüge erfunden? Die Dinger sind bestimmt ziemlich warm. Gut, so warm wie mein Fell werden sie nicht sein, aber die Farben für die Dinger muss doch ein Farbenblinder im Kohlenkeller ausgewürfelt haben.  Gelb/Ocker/Orange oder Rot/ Pink/Grün/Blau, usw. Wobei, blau schmückt die Sau. Damit kann man dann wenigstens schon mal selbige auf der Piste markieren.

Jetzt lasse ich Susi und Thilo noch das Geschirr wieder reintragen, und dann fahren wir wieder runter.

Unten im Laden kauft Susi noch einen Magneten, und Stübi hüpft in die Tasche. Er mag mit uns mitkommen. Immer im Geschäft zu sitzen, mag er nicht. Deswegen wird er sofort adoptiert, und mitgenommen. Er hat ein ziemlich weichiges Kuschelfell. So flauschig war mein Fell auch mal, als ich noch eine Babykaterkatze war.

Der Bus nach Innsbruck fährt alle 30 Minuten. Gut das wir hier nicht noch ewig warten müssen. Hier unten ist es auch immer noch eisige -8 Grad, und kein Sonnenstrahl verirrt sich runter ins Tal. Jetzt fahren wir bis zum Hauptbahnhof nach Innsbruck, und gehen zum Café Munding. Da gibt es für Susi leckeren Kaffee zum aufwärmen, und für Thilo einen Apfelsaft.  Außerdem haben wir eh noch Zeit, weil die Straßenbahn nach Aldrans nur alle Stunde fährt. Im Café gibt es Schindeln. Die sind aus Schoki und sehen aus, als ob die vom goldenen Dacherl abgemacht worden wären. Schmecken nur viel besser, glaube ich. Zum Hauskaffee gibts eine davon übrigens immer gratis dazu. Sonst kosten die tüchtig viel Geld.

Wir werden mal wieder Zeuge von guter neumodischer Kindererziehung.

Mutti mit Kind, Oma, und großem Gefolge, kommen rein. Tische für 10 Mann gibt es hier aber nicht. Also setzen sie sich an zwei einzelne, ziemlich weit auseinanderliegende. Kurz drauf wird ein Tisch direkt neben dem anderen Tisch frei. Alle sausen rüber. Nur das Kind, ich nenne ihn mal Torben-Frederick-Jeremia, bleibt an dem kleinen Ding hocken und plärrt rum. Und zwar plärrt er solange rum, bis Mutti (auch nach 10 Minuten in der bullig heißen Bude immer noch in Daunenjacke und mit Schal) und Oma sich dazu gesellen. So geht Kindererziehung, und so blockiert man in kleinen Cafés dringend benötigte Tische. Und wenn die Blagen dann in der Schule später nicht spuren, sind natürlich die Lehrer schuld. Schuld sind immer die anderen. Das Menschenleben ist so einfach. Menschen. Komische Spezies.

Mit der Straßenbahn fahren wir jetzt zur Station Bergisel und flitzen dort in die Nummer 6. Jetzt noch 20 Minuten Fußweg bis zum Hotel, und ab aufs Kuschelbettchen. Bald gibts Abendfutter:

 

Geräuchertes Forellenfilet mit Preiselbeeren-Sahnekren

Frittatensuppe

Faschiertes Butterschnitzel vom Kalb an Champignonsauce, dazu Rosmarinkartoffeln und Erbsenschoten

 oder

Zanderfilet auf Kräuterrisotto, dazu gemischter Salat

 oder

Paprikarahmgeschnetzeltes mit Spätzle

Amarena-Kirsch-Becher

 

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