18.02.2015
Gut das die Klimaanlage im Zimmer so schön heizen kann. Draussen ist es immer noch eisiglich kalt und heute Nacht hat es auch noch etwas geschneit. Aber nur ein klein wenig. Dafür ist allerdings das ganze Wasser, was die Sonne gestern aus dem Eis gemacht hat, wieder gefroren. Aber die Sonne scheint heute morgen schon und macht das wieder rückgängig. Nach dem Frühstück lassen wir es langsam angehen. Heute habe ich eine Verabredung mit Elvis. Der ist ein König. Da mache ich lieber mal eine Extra-Fellschleckung und Mona richtet ihre Mütze ganz besonders penibel aus. Zur Sicherheit nehme ich noch ein Sonnenbad.
Nach einem Tankstopp, der problemlos ohne ZIP-Eingabe funktioniert (ok, dafür kommt keine Quittung aus dem Apparat raus), fahren wir weiter zum Interstate 55 nach Graceland. Da wohnt der König, habe ich gehört. Der König lässt es sich allerdings bezahlen, dass man ihn besuchen darf. Und auch das Parken kostet 10 Dollar. Aber Thilo hat ja eine Kreditkarte und holt um 9.30 Uhr dann die bestellten Eintrittskarten ab. Platinum-Karten sind das. Komisch, wenn ich andere Leute besuche, muss ich da nicht erst Eintrittskarten kaufen. Um 10 Uhr warten wir auf den Bus zum König von Graceland. Heute wollen scheinbar noch andere zum Herrn König. Der weiß wohl nicht, dass er eine anberühmte Katerkatze zu Besuch bekommt, und andere Leute da nur stören! Die machen vielleicht ein Gedöns um den Mann. Sogar ein iPad muss man sich um den Hals hängen...
Weil es heute so windelig und die Luft eisig kalt ist, haben sie netterweise die Heizung angeschaltet.
Das boarding beginnt, und Mona setzt sich aufrecht hin, um ja nix zu verpassen.
Nach einer Minute Fahrt steigen wir wieder aus und stehen vor Herrn Königs Haus.
Der Herr König heisst eigentlich Elvis Aaron Presley. Aber
Klingelschild mit dem Namen habe ich keins gesehen. Drinnen ist ein Gedränge
wie auf dem Karnevalsumzug in Köln. Irgendwie habe ich so ein Gefühl,
als ob ich veralbert worden bin, und der Herr König gar nicht da ist,
sondern sich nur einen Spaß daraus macht, Geld zu nehmen, damit man sich
sein Häuschen mal anschaut. Ob er vielleicht etwas knapp bei Kasse ist? Ich
sollte sowas vielleicht auch mal für mein zu Hause in Betracht ziehen.
Das Wohnzimmer sieht gemütlich aus, allerdings ist es alles etwas altmodisch
ausstaffiert. Der Mann sollte mal zu IKEA fahren, da gibts doch genügend
moderne Möbel für kleines Geld. Nur mit Kreditkarte kann man da noch nicht
zahlen. Vielleicht ist das ja sein Problem, und er hat nur eine Kreditkarte.
Direkt nebenan ist das Esszimmer.
Ins Obergeschoss darf man nicht. Herr König sitzt bestimmt da oben und lacht sich ins Fäustchen, wer alles Geld ausgibt, um seine alten Möbel anzuschauen.
Deswegen gehen wir jetzt in die Küche.
Gibt aber nichts zu futtern, also ab in den Keller.
Der Herr König mag wohl keine halben Sachen...
Wenn man aus dem Keller wieder hochkommt, landet man im Dschungelzimmer.
Jetzt geht es draußen weiter und man landet in einem anderen Gebäude. Hier gibts Krimskrams von Herrn König zu sehen. Er scheint irgendetwas mit Musik zu tun zu haben. Aber komische CDs hat er hier an der Wand angebracht.
Einen ganzen Gang voll gibts davon.
Für 50 Millionen verkaufte Platten hat er übrigens das hier bekommen.
Wo haben die das Ding nur ausgegraben. Ich wusste gar
nicht, dass sowas unflattiges existiert.
Im nächsten Haus ist so eine Art Spielzimmer eingerichtet.
Wenn man noch eine Treppe runter geht, sieht man, was der Herr König für einen exquisiten Klamottengeschmack hat.
Jeder Anzug hat 10.000 Dollar gekostet. Ich sag mal so, es gibt da auch Discounter, die haben nette Klamotten für einen Bruchteil. Aber ich kenne es ja selber. Wenn die Fans auf etwas stehen, muss man es ihnen auch liefern, sonst werden sie unleidlich. Deswegen berichte ich ja immer auch brav, wenn ich unterwegs bin.
Aber wieder zurück zum Herrn König. Der ist wohl doch nicht im Obergeschoss, sondern liegt im Garten am Pool.
So langsam verstehe ich, warum hier in der Bude nur so ältliches Mobiliar herumsteht...
Wir fahren jetzt wieder mit dem Bus die 200 Meter weiter zum Archiv und bekommen in einer Art Kino ein paar ulkige Dinge zu sehen. Das hier ist eine Fernbedienung.
Und auch eine Art frühes iPhone hat der Herr König wohl auch besessen.
Sogar eine Anleitung ist dabei.
Das hier sind übrigens seine Eltern.
Jetzt geht es wieder zurück, von wo wir heute morgen losgefahren sind und schauen uns die Autos an, die Herr König so gefahren hat.
Sogar einen Traktor hat er.
Flugzeuge hat er auch. Eins heißt so wie seine Tochter.
Drinnen ist es ähnlich flauschig, wie im Haus. Am Heckleitwerk steht noch der Leitspruch.
Das ist Englisch und bedeutet: Taking care of business. Also so ungefähr: Wir sorgen dafür, dass der Rubel rollt. Ich kenne ein Lied von den Ärzten: TCR - Taking care of rock. Wenn das mal nicht eine Anspielung auf Herrn König ist.
Die Hawai´i Ausstellung, die ein paar Meter Wanderung den Elvis Presley Boulevard entlang ist, lohnt nicht wirklich. Sieht eigentlich alles so aus, wie der Rest, nur das noch ein Hawai´i-Hemd dazwischen hängt.
Jetzt gehts ab ins Auto und los geht die Fahrt gen Süden.
Als wir in Vicksburg (ja, komischer Name für eine Stadt, ich weiß...)
ankommen, sind es 46 Grad Fahrenheit und immer noch Sonnenschein. Puh,
gleich +8 Grad Celsius. Das ist fast wie Sommer. Ab morgen kann Thilo dann
kurze Hose anziehen. Ich glaube aber, er hat da nur einen Jux gemacht, als
er das sagt.
So, das wars für heute, ich muss jetzt meine Pfotentatzen ausstrecken. War
schön, mal beim König Elvis gewesen zu sein. Der King lebt, und seine Musik
mag ich auch sehr, aber die beste Band der Welt
sind dann immer noch die Ärzte. Aaaauuuuus Beeeeerliiiiin. Hihi, zumindest
für mich, aber ich bin ja auch nur eine kleine großige Katerkatze.