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24.09.2015
 

Letzte Nacht haben wir ganz schlecht geschlummert. Entweder gibt einer draußen auf dem Hwy Gas wie ein Irrer, oder andere Bewohner unserer Unterkunft spielen Reise nach Jerusalem. Sind wahrscheinlich die Japaner von gestern Mittag, die jetzt endlich zurück sind, nachdem sie ihren BMW in Einzelteilen vom Pucker Pass gesammelt haben. Ab 2.30 Uhr ist dann aber endlich Ruhe. Nur was bringt das, wenn man keinen Schlummerschlaf mehr findet? Da hilft alles zusammenrollen nicht. Zum Fellschlecken ist es jedenfalls auch noch zu früh. Irgendwann bin ich dann aber wohl doch wieder eingenickt, denn als der Wecker um 7.15 Uhr klingelt, werde ich wieder wach und strecke die Pfotentatzen ganz lang. Hier im Super 8 gibt es ein complimentary. Das ist prinzipiell ja etwas, was mich begeistert, aber erstens sind die paar Tische von Bustouristen der Marke Le Tartar - der nervige Franzose, belegt, und zweitens ist die Auswahl sowieso sehr übersichtlich. Noch nicht mal Plattwürstchen gibt es. Joghurt wäre da, aber nur Erdbeere. Den mag weder Susi noch Mona. Uns Jungs braucht man mit so einem Zeugs sowieso nicht kommen. Äpfel gibt es auch noch. Toll! Also bekommt Susi einen Kaffee der nicht schmeckt, und Thilo einen Tee, der ganz ok ist, aber er trinkt zu Hause ja auch die billigste Plörre aus dem Aldi am liebsten. Wenn das so ist, gehen wir eben zurück zum Zimmer und beladen die Eiskiste mit Trinkzeugs. Susi holt Eis, und Thilo und ich spielen Flaschen- und Dosen-Tetris in der Kühlkiste. Die unterste Schicht bleibt aber immer vorhanden und verschwindet nicht. Aber soviel brauchen wir heute auch nicht. Mit Yuki fahren wir jetzt erstmal aus Mo-Town raus und biegen auf den Hwy 279 links ab. Die heißt auch Potash Road und führt, wenn man sie immer weiter fährt, bis in den Canyonlands Nationalpark. Wir halten aber am Parkplatz vom Corona Arch und heiken los. Die Luft die Mona und mir um die Nase weht, ist noch sehr angenehm kühlig. 1,5 Meilen ist die Wanderung nur lang. Das reicht ja kaum, um eine bequeme Sitzposition zu finden.

Der Weg führt querfeldein, aber alle paar Meter stehen kleine Steinmännchen. Die sollten sie lieber mal bei Yant Flat aufbauen...
Es geht an einem Stahlseil entlang. Wofür das da ist, wissen wir nicht. Wenn man übrigens auf der anderen Seite läuft, braucht man es noch viel weniger.

Und kurz nachdem wir an dem Seil vorbei sind, sehen wir auch schon den Corona Arch. Thilo sehen wir auch. Wie üblich ist er vorgerannt. War im früheren Leben bestimmt mal ein Fährtenspürhund oder so. Kann auch ein Vielfraß gewesen sein, so genau mag ich mich da jetzt nicht festlegen.

Ganz links im Bild sieht man übrigens auch den Bow Tie Arch. Aber bevor wir da hin kommen, geht es erstmal noch einen steiligen Felsen hoch. In dem sind aber ein paar Steinstufen drin und mit dem Stahlseil kann man sich da ganz einfach hochheiken lassen.


Die nächste Hürde kann man hochklettern. Ganz links über den Felsen ginge es auch, aber wenn die hier schon eine Leiter hinstellen, will Thilo die auch hochklettern.

So langsam kommen wir der Sache jetzt näher.

Mona entdeckt plötzlich einen Kaktus und springt aus dem Rucksack.

Wenn das mal keine tollige Stelle zum Kaktussitzen ist. Da sieht man auch mal, wie klein Mona ist. Ohne Thilo würde sie mit ihren kurzen Pfötchen niemals hier hoch heiken können. Der Bow Tie Arch schaut übrigens aus der Nähe so aus:

Als Hochkant Panorama direkt davor dann so (das ist nur was für großige Monitore...):

Der Corona Arch direkt daneben macht aber auch mächtig was her:

Und wenn man unter ihm hindurch heikt so:

Zum Größenvergleich haben wir einfach mal Thilo unter dem Arch abgestellt:

Hier sieht man übrigens gut, warum das dämliche Seilschwingen, was hier von einigen Leuten die sonst nix zu tun haben im Leben, praktiziert wurde, verboten wurde.
Außerdem werden die Fotos auch schöniger, wenn da nicht diverse buntig gekleidete Hansel herumschaukeln. Auf dem Kinderspielplatz gibts schließlich genügend Schaukeln, da können die sich auch austoben. Mit etwas Glück gibt es dort sogar eine Wippe und eine Rutsche. Auch von einer Brücke können sie, mit einem maroden Gummiseil um die Füße, springen, falls ihnen der Kinderspielplatz nicht aufregend genug ist.

Der Heik zurück zu Yuki geht recht fix. Geht jetzt fast nur noch bergab. Und Yuki empfängt uns mit einem kühligen Getränk. Auch die Klimasitze werden wieder angeworfen, um die Hinterteile von Susi und Thilo wieder auf Normaltemperatur zu bringen. Nächster Halt ist am Jug Handle Arch. Der ist direkt am anderen Ende der Straße, wo die Japaner mit dem BMW gestern wahrscheinlich nicht angekommen sein werden.

An der Straße gibt es noch eine Haltebucht, wo man den Arch von der anderen Seite anschauen kann.

Nach 5 Minuten machen wir uns wieder auf den Weg. Wir sehen gerade noch, wie ein Chevrolet Traverse und ein Yuki auf die Longcanyon Road abbiegen.
Evtl. treffen sie dann ja auch den Japaner, der immer noch auf der 3. Felsstufe hängt. Thilo meint, mit dem Traverse wird das nie was. Der war ja schon 2013 im Monument Valley hörbar am Limit, als wir wirklich harmloseste Pisten gefahren sind.

Aber was interessieren uns andere Leute, wir fahren jetzt zu den Fisher Towers. Die sind auf der SR 128 zu finden. Die Fahrt dauert eine ganze Weile. Ich rolle mich derweil auf der Rückbank zusammen und schlummere ein wenig. Wach werde ich erst, als wir auf die Schotterstraße zum Parkplatz abbiegen. 2,2 Meilen ist die Straße lang und kann auch problemlos von Einzelherren-Koreaner-Limousinen gefahren werden.

Die Sonne steht alles andere als gut, und ziemlich warm ist es auch. Mona zieht sich ihre Sonnenschirmmütze ganz tief ins Gesicht und dann heiken wir auf Thilos Rücken los. Puh ist das ein Geschaukel hier die Felsen runter, und wieder rauf, und wieder runter, und wieder rauf, und dann noch mehr rauf und noch ein bischen rauf. Alles bei 34 Grad im Schatten. Den gibt es hier aber nur vereinzelt. Also sprinten wir immer von einem Schattenplatz zum nächsten und machen Pause. Zwischendurch spähen wir dabei immer nach diesen kleinen Steinmännchen, oder Baumstämmen, um auf dem Weg zu bleiben.

So sieht es hier aus:





Die Sonne steht völlig falsch sagt Thilo und macht ein Panorama:

Eigentlich wollen wir noch um den Titan herum heiken, aber als wir kurz davor sind, direkt unter ihm herzulaufen, fallen von oben Felsen auf den Weg.
Deshalb beschließen wir, umzudrehen, und wieder zu Yuki und seinen kühligen Sitzen und Getränken zurückzuheiken. Mona und ich posieren aber noch flink für die Fähns.

Der Rückweg geht wie immer etwas fixer. Mona und ich machen uns aber auch extraleicht! Plötzlich ruft Susi "Da ist eine Schlange!". Thilo schaut verdutzt und sucht seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen eher etwas in Richtung einer Boa oder Anaconda... Er sieht nur diesen kleinen Kumpel hier unter einem Felsen Schutz suchen:

Die Riesenschlange ist etwa 20cm lang und 5 Millimeter im Durchmesser. Ein drolliger Kumpel. Aber wie immer halten wir alle unsere Pfotentazen zurück und schauen aus Entfernung. Nach ein paar Fotos heiken wir aber weiter zum Parkplatz, klettern bei Yuki auf die kühligen Sitze und brausen die Schotterstraße zurück. Im Super 8 wieder angekommen geht Susi jetzt ein paar Sachen von Thilo und sich in die Waschmaschine werfen. Mona und ich machen derweil Fellpflege. Morgen fahren wir dann wieder weiter. Beim nächsten Mal, sagt Thilo, mieten wir uns dann auch mal so einen richtigen Gelände-Jeep und fahren dann den Japaner im BMW besuchen.

Abendessen gibt es heute bei Eddie McStiff. Und zwar Pizza und super leckerige Penne mit frischen Pilzen und einem Steak.




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